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Mittwoch, 24. Oktober 2012

Ⓡⓔⓐⓓ "Shades of Grey – Befreite Lust" von E L James

Passend zum deutschen Erscheinungsdatum kommt heute meine Rezension vom letzten Band der Shades of Grey-Reihe: 
Shades of Grey – Befreite Lust.


Originaltitel: Fifty Shades Freed
Erscheinungsdatum: 24. Oktober 2012
Seiten: 672 Seiten
Design: Klappenbroschur
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47897-2

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“I know you've always dreamed of going to Europe,” he says softly.
“I want to make your dreams come true, Anastasia.”
“You are my dreams come true, Christian.”
“Back at you, Mrs. Grey.”
 (S. 18)

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Zunächst scheint sich Christian tatsächlich auf Ana einzulassen, und die beiden genießen ihre Leidenschaft und die unendlichen Möglichkeiten ihrer Liebe. Aber Ana ist sich bewusst, dass es nicht einfach sein wird, mit Christian zusammenzuleben. Ana muss vor allem lernen, Christians Lebensstil zu teilen, ohne ihre Persönlichkeit und ihre Unabhängigkeit zu verlieren. Und Christian muss sich von den Dämonen seiner Vergangenheit befreien. Gerade in dem Moment, als ihre Liebe alle Hindernisse zu überwinden scheint, werden Ana und Christian Opfer von Missgunst und Intrigen, und Anas schlimmste Albträume werden wahr. Ganz auf sich allein gestellt, muss sich Ana endlich Christians Vergangenheit stellen.


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Der letzte Teil erfüllt alle Erwartungen für das Finale der Trilogie: wie bereits in Gefährliche Liebe angedeutet heiraten Ana und Christian, ein geheimnisvoller Unbekannter bedroht das junge Glück und am Ende ist natürlich alles Friede, Freude, Eierkuchen. Einen kleinen Twist baut E L James ein indem sie nicht wie gedacht mit den Vorbereitungen zur großen Hochzeit beginnt, sondern gleich in die Flitterwochen des Paares in Manaco einsteigt. In Rückblenden wird von den Vorbereitungen, der Hochzeit und den Flitterwochen berichtet, wo sich vielleicht mancher Fan wünscht, dass die Autorin dabei etwas mehr ins Detail gegangen wäre. Jedoch bin ich ganz froh, dass James die Hochzeitsvorbereitungen übersprungen hat, sonst wäre der Roman wahrscheinlich noch langweiliger gewesen...

Denn auch im dritten Teil hält sich die Handlung in Grenzen, es kommt nicht viel Spannung auf. Obwohl der zweite Band auch schon recht ereignislos war, hat er sich dennoch sehr flüssig lesen lassen, aber Befreite Lust hat sich gezogen wie ein Kaugummi. Das liegt wahrscheinlich an der Vorhersehbarkeit des Plots. Hier richtet sich James nach dem Vorbild ihrer Fan Fiction: Breaking Dawn. Wie im letzten Teil der Twilight-Reihe heiraten die Protagonisten, SPOILER!!! erwarten ein Kind !!! und müssen noch einmal eine Bedrohung überwinden, bis sie das sichere Happy End erwartet. All dies war für mich eigentlich schon am Ende des letzten Bandes klar und die große "Überraschung", dass SPOILER!!! Jack Hyde, Anas ehemaligen Boss, !!! für Christians Helikopterabsturz verantwortlich ist und es auf die Greys abgesehen hat, auch vollkommen vorhersehbar. Jedoch hatte ich gedacht, dass Mrs. Robinson auch noch irgendwie ihre Finger mit im Spiel hat, sie ist aber leider nicht mehr "in Person" aufgetaucht. Wenn dann mal ein wenig Action aufkommt, handelt James das auch ganz schnell ab, um schneller zum Happy End und zum Versöhnungssex zu kommen.  

Wenigstens erfahren die Protagonisten im letzten Teil noch eine Spur Charakterentwicklung. Christian überwindet erfolgreich die Geister seiner Vergangenheit und auch Ana steht mal ihre Frau und lässt sich nicht nur von Christian herumkommandieren und sagt ihm auch einmal die Meinung – You go, girl! Sonst spielt James eigentlich nur das ab, was sich im letzten Band bereits ereignet hat: Ana und Christian streiten und lieben sich (sehr oft und ausführlich) und am Ende wird alles gut. Wieder einmal werden viele Klischees bedient und Shades of Grey hat sich immer mehr zu einer "normalen" und vorhersehbaren Liebesgeschichte entwickelt. Um die Fans zufrieden zu stellen gibt es zum Schluss noch einen recht detaillreichen Epilog und als kleines Bonbon ein Kapitel über Christians erstes Weihnachten bei den Greys und Ana und Christians erstes Treffen aus Christians Sicht.

Zum Schluss noch meine Meinung zum Cover: Mir haben die deutschen Cover der ersten beiden Bände eigentlich recht gut gefallen. Die englischen Ausgaben spielen (im wahrsten Sinne des Wortes) mit dem Fokus auf ein Objekt auf den Inhalt des jeweiligen Buches an und passen deshalb auch relativ gut. Die deutschen Cover wirken etwas geheimnisvoller und sind auch optisch sehr schön, obwohl das Cover von Befreite Lust nicht so recht in die Reihe passt. Anstatt der Rose hätte eine andere Blume besser neben den anderen beiden Covern ausgesehen.

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Und rate ich euch nun sofort zum Buchladen zu laufen um Shades of Grey - Befreite Lust zu kaufen? Ich fand das Buch, wie auch seine Vorgänger, eher durchschnittlich mit Tendenz nach unten. Die Handlung ist vorhersehbar und Spannung will auch nie so recht aufkommen. Fans der ersten beiden Romane ist Befreite Lust durchaus zu empfehlen, weil es  den romantischen und befriedigenden (und hoffentlichen) Abschluss der Reihe bildet. Wem der ziemlich schwache zweite Teil gefallen hat, wird womöglich auch diesen lieben.

Von mir, die nach dem Lesen der Reihe den großen Hype um die Trilogie noch immer nicht verstanden hat, gibt es drei Bananen:


Weitere Bücher der Reihe:

  
©Goldmann
Trailer, Cover und Inhaltsangabe siehe

Das offizielle Blog zu "Shades of Grey"

- Sarah

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Ⓡⓔⓐⓓ "Shades of Grey – Gefährliche Liebe" von E L James

Hier folgt nun meine Rezension zum zweiten Band der Shades of Grey-Trilogie, Shades of Grey – Gefährliche Liebe:


Originaltitel: Fifty Shades Darker
Erscheinungsdatum: September 2012
Seiten: 608 Seiten
Design: Klappenbroschur
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47896-5 
  
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“He's my happily ever after.”
 (S. 501, Ana)

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Verunsichert durch die gefährlichen Leidenschaften und dunklen Geheimnisse ihres Liebhabers Christian Grey, bricht Ana Steele ihre Beziehung zu dem attraktiven jungen Mann ab und versucht wieder ein ruhiges Leben zu führen. Aber Anas Verlangen nach Christian ist ungebrochen, so sehr sie dies auch zu verleugnen sucht. Als Christian vorschlägt, sich wenigstens noch ein einziges Mal mit ihr zu treffen, willigt Ana daher sofort ein – und beginnt erneut eine Affäre mit ihm. Eine höchst gefährliche Affäre, in der sie immer wieder Grenzen überschreitet, in der sie aber auch mehr über die Vergangenheit von Christian erfährt – eine Vergangenheit, die ihn zu einem ebenso verletzlichen wie faszinierenden Mann gemacht haben, der seitdem mit seinen inneren Dämonen kämpft. Gleichzeitig sieht sich Ana der Eifersucht der Frauen gegenüber, die vor ihr Christians Liebhaberinnen waren. Und sie muss die wichtigste Entscheidung ihres Lebens treffen. Eine Entscheidung, bei der ihr niemand helfen kann...
Zur Leseprobe 

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Shades of Grey – Gefährliche Liebe geht da weiter, wo Geheimes Verlagen aufgehört hat. Anastasia hat sich von Christian getrennt, weil sie eine richtige Beziehung mit ihm und nicht nur sein "Sub" sein möchte. Sie ist der Meinung nicht mit seinen sexuellen Vorlieben klar zu kommen, sein Verlagen nicht erfüllen zu können und verlässt ihn. In der Zwischenzeit hat sie ihren neuen Job als Assistentin in einem Verlag angefangen, leidet aber sehr unter der Trennung. Deshalb nimmt sie Christians Einladung sie zu der Ausstellung ihres Freundes nach Portland zu fliegen auch sofort an. Christian hat sie auch sehr vermisst und bietet ihr an, ihr zu Liebe eine "Vanille-Beziehung" einzugehen und seine sexuellen Wünsche zu unterdrücken. Die Versöhnung der beiden kam für meinen Geschmack viel zu schnell. Die Trennung hat keine Woche gedauert und Ana hat sich ohne viele Bedenken und trotz ungelöster Konflikte wieder auf Christian eingelassen. Auch habe ich es für unrealistisch gehalten, dass Christian seinen Lebensstil so einfach und schnell für Ana geändert hat. So mutiert er vom dominanten Liebhaber doch sehr schnell zum Weichei. Da hatte ich mir doch eine etwas detailliertere und glaubhaftere Entwicklung des Protagonisten erhofft.

Trotzdem nervt Ana den Leser immer noch mit ihrer Unsicherheit nicht (gut) genug für Christian und nicht in der Lage zu sein seine herberen Gelüste zu befriedigen. Sie durchfährt im Laufe des Romans keinerlei Entwicklung – ist leider noch genauso naiv und weltfremd wie in Geheimes Verlangen. Auch ihre Eifersucht empfand ich als ziemlich störend, weil scheinbar jedes weibliche Wesen errötet, wenn es Christian Grey erblickt und dies nur Anas Unsicherheit weiter gefördert hat.

Aber Christians sexuelle Begierden sind nicht das einzige Problem der neu entfachten Liebschaft, sondern auch seine Vergangenheit, die Christian noch immer beeinflusst und kontrolliert, sowie seine Ex-Geliebte, die Ana und ihn bedroht. Ziemlich nervig fand ich dabei Christian Kontrollsucht. Die sich nicht nur auf den Schutz seiner Freundin ausgewirkt hat, sondern er mischt sich so auch in ihr Berufsleben ein. Er hat so einfach mal den Verlag, in dem Ana als Assistentin angefangen hat, aufgekauft, um Kontrolle über sie auszuüben. Verständlicherweise ist Ana äußert wütend darüber, aber meiner Meinung nach gibt sie immer viel zu schnell nach und kann sich Christian gegenüber nicht durchsetzen und lässt ihn somit über ihr Leben bestimmen – auch ihr Privatleben: mit wem sie sich treffen darf, was sie anziehen soll etc. Da entwirft die Autorin kein gesundes Vorbild für junge Frauen.

Der Schreibstil von E L James hat sich leider nicht verbessert – im Gegenteil. Die Wiederholungen häufen sich, vor allem bei den Sexszenen gleicht ein Dialog dem anderen. Die erotischen Szenen sind auch nicht innovativ, es scheint als ob James ihr Pulver im ersten Teil verschossen hätte, die Szenen werden harmloser und so lässt die Autorin den Sex auch häufiger einfach ausblenden und überlässt ihn der Imagination der Leser. Also bleibt anstatt Soft-Porno nur die Liebesgeschichte übrig, die sich vorhersehbar entwickelt. Christian stellt sich dank Ana den Dämonen seiner Vergangenheit, überwindet seine Angst vor Berührungen und lässt auch mehr Nähe seiner Familie zu. Schon sehr überraschend, dass Ana dies alles innerhalb von fünf Wochen geschafft hat, obwohl Christian sich seit seiner Jugend erfolglos in psychiatrischer Behandlung befindet... Da fängt man an den smarten, wenn auch gestörten Mann aus dem ersten Teil irgendwie zu vermissen.

Die Autorin versucht notgedrungen noch ein paar spannende, actionreiche Szenen einzuweben, dazu dienen Christians psychisch labile Ex-Geliebte, seine pädophile Ex-Domina und Anas notgeiler Chef. Der einzige Lichtblick ist dabei der witzig E-Mail-Austausch von Ana und Christian. Wie der Vorgänger ist Gefährliche Liebe um einige (hundert) Seiten zu lang und könnte getrost gekürzt werden. Auch fragt man sich am Ende des Buches (lässt man die letzten zwei Seiten außer Acht) ob eine weitere Fortsetzung wirklich nötig gewesen wäre. Das Buch lässt sich dennoch in einen Rutsch durchlesen, da es wie der erste Band eher aus Dialogen als aus Beschreibungen besteht und trotz der vielen Schwächen doch irgendwie unterhält und süchtig macht und somit als "guilty pleasure" bezeichnet werden kann.  

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Obwohl ich Shades of Grey - Geheimes Verlangen bereits als durchschnittlich empfand, muss ich sagen, dass Shades of Grey – Gefährliche Liebe im Vergleich noch nachgelassen hat. Während die Entwicklung von Ana leider ausbleibt, dreht sich Christian wenig glaubhaft um 180° und verliert somit auch leider seinen Charme. Der Stil ist zwar immer noch einfach, aber durch die viele amüsante Dialoge und den Fokus auf den Plot flüssig und schnell zu lesen. Wer eine unspruchslose Unterhaltung mit einer vorhersehbaren Handlung und vielen erotischen Szenen sucht, für den ist James' Roman das Richtige.

Trotz der vielen Kritikpunkte werde ich den letzten Teil lesen (bin schon dabei), weil ich dann doch wissen möchte wie die Trilogie ausgeht und ob sich meine Voraussagen für Befreite Lust als richtig herausstellen werden. Deshalb erhält Shades of Grey - Gefährliche Liebe von mir im Hinblick auf den Vorgänger eine Banane Abzug:


Weitere Bücher der Reihe:

  
©Goldmann
Trailer, Cover und Inhaltsangabe siehe

Das offizielle Blog zu "Shades of Grey"

- Sarah

P.S.: Noch ein abschließendes Wort ;-):


Freitag, 12. Oktober 2012

Ⓡⓔⓐⓓ "Shades of Grey – Geheimes Verlangen" von E L James

 Um die Shades of Grey-Trilogie von E L James gab es in den letzten Monaten einen großen Hype und ich bin neugierig geworden, weil mir die Bücher von mehreren Freundinnen empfohlen worden sind. Da musste ich mich einfach selbst überzeugen. Hier folgt meine Rezension zum ersten Band Shades of Grey – Geheimes Verlangen.

  
Originaltitel: Fifty Shades of Grey
Erscheinungsdatum: Juli 2012
Seiten: 608 Seiten
Design: Klappenbroschur
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47895-8
  
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“You beguile me, Christian. Completely overwhelm me. I feel like Icarus flying too close to the sun.”
 (S. 288, Anastasia)

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Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht…

Zur Leseprobe

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Am besten könnte man Shades of Grey – Geheimes Verlangen als Twilight für erwachsene Frauen bezeichnen – nur ohne Vampire und mit mehr Sex. Während des Lesens sind mir schon erschreckend viele Parallelen zu der Twililight-Reihe aufgefallen, erst nachdem ich die ersten beiden Bücher beendet hatte, habe ich erfahren, dass Fifty Shades of Grey tatsächlich zunächst 2009 als Fanfiction zu Twilight unter dem Namen The Master of the Universe geschrieben worden ist. Somit spricht E L James wohl eher ältere Twilight Fans an, die auf der Suche nach etwas rasanteren Szenen sind.

Anastasia Steele ist jung, unschuldig, studiert englische Literatur und ist im Bezug auf das männliche Geschlecht noch sehr unerfahren, kein Mann konnte sie bisher beeindrucken, bis sie Christian trifft. Christian Grey auf der anderen Seite ist äußerst attraktiv, besitzt ein großes Unternehmen, ist Multimillionär und sexuell äußerst erfahren, um es mal gelinde auszudrücken. Seit Ana Christian für die Zeitung ihrer Universität interviewt hat, kann sie ihn nicht vergessen und auch er kann sich ihr nicht entziehen, obwohl er versucht sich von ihr fern zu halten, behauptet gefährlich und nicht gut für sie zu sein. Doch auch wenn Christian reich ist, von einer liebevollen Adoptivfamilie aufgezogen wurde, äußerst besitzergreifend und kontrollsüchtig ist, entpuppt er sich nicht als Vampir, sondern als "Dom". Wenngleich Christians Welt sie zunächst abschreckt, fühlt sich Ana auf unerklärliche Weise von ihm, seinem Luxus und sexuellen Neigungen angezogen.

Shades of Grey – Geheimes Verlangen ist eigentlich ein schöner Liebesroman, wenn auch nicht sonderlich innovativ. Eine junge, eher unscheinbare Frau erregt das Interesse eines äußerst attraktiven und reichen Mannes, der aufgrund seiner tragischen Vergangenheit Probleme hat eine tiefere Beziehung zu einer Frau einzugehen, und versucht mit ihrer Liebe seine geschundene Seele zu heilen. Das erinnert doch sehr an Liebesromane a la Susan Elizabeth Phillips, nur dass in Shades of Grey die Sexszenen etwas prominenter und exotischer sind.

Der Roman ist kein literarisches Meisterwerk. Die Sprache ist einfach gehalten, aber es gibt viele Dialoge und James‘ Stil ist sehr humorvoll. Das führt dazu, dass sich das Buch flüssig und schnell lesen lässt und gut unterhält. Vor allem die Gespräche und E-Mails zwischen Ana und Christian fand ich sehr amüsant. Die Protagonisten stechen leider nicht wirklich heraus, die Figur des naiven, unerfahrenen Mädchens/Frau und des reichen, attraktiven, aber doch irgendwie gestörten Mannes kann man leider viel zu oft finden. Jedoch kann der Leser Anas Gefühle gegenüber Christian sehr gut nachempfinden, man ist ständig zwischen Faszination und Abneigung hin- und hergerissen. Hier ist wieder das typische Bad Boy-Syndrom vorzufinden. Das Böse zieht uns Frauen magisch an und wir glauben doch irgendwie alle, dass wir diejenige sind, die den Bad Boy zähmen kann.

In der deutschen Ausgabe besitzt das Buch 608 Seiten und zählt damit schon zu den dickeren Schinken, auch wenn ein paar Seiten weniger auch nicht geschadet hätten. James verstrickt sich ein wenig in Wiederholungen, die Handlung dreht sich oft im Kreis, aber bei einem Erotikroman kommt es ja wahrscheinlich auch weniger auf die Handlung an. Das Ende kam dann dennoch etwas abrupt, in den letzten 20 Seiten kommt nochmal eine – wenn auch nicht unerwartete – Wendung, die die Weichen für die Fortsetzung stellt. In dem nächsten Band wird man womöglich mehr über Christian erfahren – seine Vergangenheit und den Grund seiner sexuellen Neigungen – denn er ist in Geheimes Verlangen doch noch recht undurchsichtig gebleiben.
Vielleicht stellt er sich am Ende doch noch als Vampir heraus ;-).

Um ehrlich zu sein, kann ich den Hype um die Trilogie nicht ganz verstehen – sie ist nichts bahnbrechend Neues ist. Womöglich rührt der Erfolg daher, dass James es versteht die geheimen Wünsche und Lüste der Frauen in Form von Christian Grey zu verkörpern und ihnen die Chance gibt ihr „geheimes Verlangen“ auf diese Weise auszuleben.

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Shades of Grey – Geheimes Verlangen ist ein ganz netter Liebesroman mit einer ordentlichen Portion Erotik, der gut unterhält. Ich würde ihn jetzt nicht als absolutes Must-Read bezeichnen, aber wer auf der Suche nach einer Ablenkung vom Alltag ist und sich in sexuelle Fantasien flüchten will, dem ist der Roman durchaus zu empfehlen. Daher bekommt Shades of Grey – Geheimes Verlangen von mir drei Bananen und noch eine halbe/angebissene Banane, weil die Story im Nordwesten der USA (unter anderem in Seattle,
meiner zweiten Heimat <3 ) spielt.


Weitere Bücher der Reihe:

  
©Goldmann
Trailer, Cover und Inhaltsangabe siehe

Das offizielle Blog zu "Shades of Grey"

- Sarah